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Von der bleibenden Bedeutung der Katholischen Soziallehre

Politik am Mittag mit Lars Schäfers von der Katholisch Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach am 07.05.2019 im AZK
Die katholische Soziallehre hat in der jungen Bundesrepublik Deutschland eine große Rolle gespielt, so leitete Lars Schäfers von der Katholisch Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle in Mönchengladbach sein Impulsreferat ein. Das Grundgesetz und das Wirtschaftsmodell der Sozialen Marktwirtschaft sind beeinflusst von der Katholischen Soziallehre. Das christliche Menschenbild, das Prinzip der Subsidiarität oder die soziale Verantwortung des Eigentums sind Grundgedanken aus Lehrschreiben der Päpste, die in Deutschland nicht nur von den Bischofskonferenzen früherer Jahre aufgenommen, sondern breit in der westdeutschen Gesellschaft diskutiert wurden. Die Unionsparteien von CDU/CSU übernahmen verschiedene Inhalte der Katholischen Sozialehre in ihre Programmatik.
Nach Überzeugung von Lars Schäfers, katholischer Theologe, hat aber die katholische Soziallehre nichts Statisches, obwohl diese auf gleichbleibenden Prinzipien wie Gerechtigkeit, Solidarität und Subsidiarität beruht. Im Gegenteil: Sie ist eine immerwährende Baustelle, auf der ständig gearbeitet wird. Sie hat auf aktuelle Fragen, wie der Globalisierung oder der Digitalisierung Antworten zu geben. Papst Franziskus hat ökologische Fragen jüngst thematisiert, wie den Klimawandel und die Notwendigkeit für mehr Nachhaltigkeit eingefordert, welche die Ressourcen der Erde schont.
Immer wieder ist katholische Soziallehre gefordert, mehr Gerechtigkeit einzufordern, wie einen gerechten Lohn für alle Arbeitnehmer. Hierbei kann sich die Soziallehre auf die Bibel berufen, die bereits im Alten Testament eine gerechte Entlohnung einforderte (vgl. Jesus Sirach 34,27). Lehrschreiben der Päpste motivieren immer wieder zu neuen politischen Wegen, so erinnerte Schäfers an das Rentenmodel der Katholischen Sozialverbände. Der Referent charakterisierte die katholische Soziallehre als Gerechtigkeits- und Liebesethik zugleich.
In einer sich anschließenden Diskussion wurde hervorgehoben, ob nicht der kirchliche Einfluss im Schwinden begriffen sei. Aktuelle Prognosen gingen davon aus, dass die Kirchenmitgliedschaft bis 2060 um 50% sinken werde. Entscheidend, so lautete der Konsens im Plenum, sei aber, dass die politischen Ideen attraktiv sind. Wenn Impulse aus der katholischen Soziallehre sozial gerechte Wege aus Problemen aufzeigen, werden die Vorschläge auch für Menschen außerhalb der Kirchen attraktiv sein.
Karsten Matthis
Geschäftsführer

Mehr über die Katholisch sozialwissenschaftliche Zentralstelle in Mönchengladbach im Internet unter www.ksz.de

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